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April Achterbahn.

Der April war sooo… gemischt.

Zunächst war da die äußerst frustrierende Wohnungssuche. Inklusive Happy End! Ich hab eine neue Wohnung in der Nähe meines zukünftigen Arbeitsplatzes gefunden und sie ist perfekt.

Ab da fehlte nur noch die Masterarbeit. Ich hab mich also langsam wieder etwas motivierter dran gemacht, bis ich dann erfuhr, dass ich fast einen Monat früher abgeben muss als geplant. Ahhh. PANIK!

Nebenbei habe ich es noch geschafft ein paar Sachen auszumisten und hab unerwartet viel Geld für einige Dinge bekommen. Ausgleichende Gerechtigkeit?

OK! also schreiben, schreiben, schreiben. Das war dann auch der Moment an dem mein Notebook versagte. Da habe ich dann kurz mal die Fassung verloren. Aber es musste ja weiter gehen.

Auf einem geliehenen alten Notebook hab ich mich also die letzten Wochen durchgekämpft und pünktlich zum Monatsende die Arbeit fertig geschrieben. Morgen wird gedruckt und dann fehlt nur noch eine einzige Prüfung.

Was sonst so passiert ist? Yoga. Mittagessen mit Freundinnen. Zum Frühstück eingeladen gewesen. Mittagessen mit einem Freund von der Uni. Nach dem Fertigstellen der Masterarbeit vietnamesisch essen gewesen.

Mein letzter Monat in dieser Stadt und diesem Lebensabschnitt beginnt. Schönen Mai!

März!

Das wars also mit dem März.

Er hat mir großartige Neuigkeiten beschert: ich habe einen Job. So einen richtigen für nach dem Studium. Und nicht nur irgendeinen, sondern DEN Job. Deshalb bin ich nun fleissig dabei meine Masterarbeit fertig zu machen und eine Wohnung zu suchen.

Puh.

Nebenbei bin ich immer noch am Arbeiten für meine Hiwi-Stelle.

Zu Hause hab ich eine neue Runde meines Langzeitprojekts Ausmisten gestartet. Habe noch mal unfassbar viele Dinge verschenkt, verkauft, versteigert und weggeschmissen. Ein paar Sachen müssen jetzt noch weg, aber es wird langsam überschaubarer. Nur mitzunehmen was ich wirklich brauche und will ist mein großes Ziel.

So viele Veränderungen sind echt anstrengend und das einzige was jetzt hilft ist jeden Moment für sich zu betrachten und einen Schritt nach dem andern zu gehen.

Das war Februar.

Bin müde, aber ich wollte noch den Februar verabschieden.

Den ganzen Monat habe ich auf einen Termin hingefiebert. Dann konnte ich sie endlich fallen lassen, diese leichte Anspannung. Insgesamt war es ein positiver Monat.

Sehr viel Zeit habe ich mit dem Aufbau und der Veröffentlichung der Website für Geflüchtete für die Hochschule verbracht. Den Rest der Zeit füllte größtenteils die Masterarbeit. Die Vorbereitungen für den besagten Termin gab es auch noch. Es gab den Studiumsabschluss einer mir nahestenden Person zu feiern und einen Geburtstag. Ich war außerdem auf einer Vernissage, beim Poetry-Slam, beim Haareschneiden und beim Pfannkuchenessen.

Zwei Dinge die diesen Monat gescheitert sind: mit einer Budgeting-Software Geld sparen (hab mehr ausgegeben, das nennt man wohl übrigens Ironie-Effekt). 750 Worte am Tag schreiben (hat mich sehr gestresst).

Alles andere hab ich grad vergessen.

 

Vom Ende der Langeweile

Als Teenie bekam ich einen Computer und damit kam nach und nach das Ende der Langeweile. In meinem Tagebuch kam die Langeweile damals besonders oft vor. Eine Zeit lang war mir jeden Tag langweilig. Auf dem Dorf gab es nichts zu tun und mit anderen an Bushaltestellen rumzuhängen hat mich nur noch mehr angeödet. Langeweile war mein Lifestyle.

Neue Welten

Als Kind hatte ich bereits einen Lerncomputer, dessen Programme ich irgendwann auswendig konnte und dessen Möglichkeit mit Basic etwas eigenes zu programmieren ein großes Rätsel für mich blieb. In der Anleitung stand dazu nicht viel. Überhaupt, was sollte es mir oder irgendwem nützen, wenn der Computer „Hallo Welt“ sagen kann? Langweilig. Zunächst fing ich am Computer meiner Tante, dann an dem meines Vaters und dann an meinem ersten richtigen Computer an, einzelne Spiele zu spielen. Da mein Bruder und ich jedoch schon diverse Spielekonsolen hatten, konnte mich das Ganze nicht so richtig fesseln. Ich hätte gern ein eigenes Spiel erstellt, aber auch das blieb ein Rätsel für mich. Ich zeichnete Kleidung für meine Sims und als es dann MP3s und Filesharing gab, kopierte ich eigene Musik ins Spiel.

Irgendwann fing ich an zu chatten. Das war spannend und damit konnte ich beinahe die komplette Langeweile vergessen, in dem ich mich mit anderen gelangweilten Personen aus ganz Deutschland unterhielt. Es entwickelten sich echte Beziehungen und als ich ein Handy bekam, konnten mir Leute sogar SMS schreiben wenn ich offline war. Jedes Mal wenn mich jemand anrief, bekam ich einen Schreck vom ekelhaften Klingelton und ging nie ran. Im Chat hatten einige Leute eine eigene Website und relativ schnell war für mich klar, dass ich auch eine brauche. So begann eine Leidenschaft und ich saß bis spät in die Nacht an meinem Computer um neue Designs zu entwerfen und meine Seite zu updaten. Fremde Leute schrieben mir E-Mails und als ich eine Webcam bekam, konnte ich meine ersten Selfies hochladen. Aufregend.

Gemeinsam mit Freundinnen aus dem „Real Life“ saß ich vorm Computer um Leute zu verarschen. Wir suchten uns nicht irgendwelche armen unschuldigen Opfer, sondern die Leute kamen von allein zu uns. Oft in Form von (viel älteren) Männern, die uns viel zu oft etwas über Sex erzählen wollten. Wir hatten jede Menge Spaß und die Anonymität schützte uns vor unangenehmen Folgen. Eine meiner Freundinnen schrieb mir damals einen Brief in dem stand „Ich liebe dich und deinen Internetcomputer“. Großartig.

Neue Interessen

Ich schrieb ganze Texte ins Internet die sich meist um persönliche Befindlichkeiten drehten. Mich mitteilen zu können hat mich mit meinem ansonsten recht unspektakulären Leben versöhnt. Gesehen zu werden war schön. Über die Tagebücher anderer entwickelte ich wieder Interesse am Lesen von Büchern. Parallel entwickelte ich meine Fähigkeiten im Gestalten und teilweise auch Programmieren von Webseiten weiter. Ich wollte damals unbedingt Webdesignerin werden, was aber aus diversen Gründen nicht geklappt hat.

Rein ins Leben

Nach meiner Webcam kaufte ich irgendwann eine Digitalkamera. Von da an konnte ich die Langeweile durch ein neues Hobby besiegen: Fotografieren. Das ist bis heute so geblieben, auch wenn ich mir immer wieder vornehme „mehr zu fotografieren“.

Das Internet hat mir die ganze Welt gezeigt. Die Welt die außerhalb des langweiligen Dorflebens stattfindet. Ich bekam die Lebensrealität anderer Menschen mit, die sich teilweise so stark von meiner eigenen unterschied. Auch das ist bis heute so geblieben.

Irgendwann war ich in meinem Umfeld Expertin für Computer und traute mich eine Ausbildung im IT-Bereich zu machen. Zuvor wollte ich in der Schule einen Programmierkurs besuchen und ging in der Masse der Jungs, im völlig unverständlichen Unterricht, einer völlig unbekannten proprietären Programmiersprache unter. „Du hast mir damals immer bei meinen Powerpoint-Präsentationen geholfen“ erzählte mir eine ehemalige Schulfreundin, als sie erfuhrt, dass ich mittlerweile Informatik studiere und programmieren kann. Ich bezweifle, dass da ein Zusammenhang besteht, aber nun gut.

Aber nicht nur mein Studium, auch alle meine anderen Interessen kommen irgendwie aus dem Internet. Ein Regal voller Bücher, eine Amazon-Wunschliste voller weiterer Bücher die ich so nie gefunden hätte. So viele gesehene und ungesehene Serien. Selbst meine Vorliebe fürs Kochen und Backen: alles was ich dazu lernen muss(te) konnte und kann ich im Internet finden. Und Yogavideos, die mich zu einem Yogakurs und letztendlich zur Liebe zum Yoga führten.

Manche Leute nutzen das Internet nicht so intensiv wie ich. Was zur Hölle machen eigentlich andere Menschen wenn ihnen langweilig ist? Mir war seit Jahren nicht mehr langweilig.

Bye Bye Januar

Der Monat ist fast vorbei. Wenn ich mal zwischendurch gescheitert bin, dann an meinen Ansprüchen.

Was war los? Das neue Jahr begann mit Serien schauen… War auf nem Geburtstag eingeladen und hab einen weiteren mitgefeiert. War mit Freund*innen im Pub. Hatte zwei Mal nette Leute zum Abendessen da. Hab die Masterarbeit angemeldet und dran gearbeitet. War zwei Mal im Kino. Ein Blogger*innen-Skype-Meeting. Von der Arbeit aus zum Essen eingeladen: „Weihnachtsfeier“. Für die Arbeit an einer Website für Refugee-Projekte gearbeitet. Hatte ein Bewerbungsgespräch. Hab so oft Yoga und Sport gemacht wie in keinem Monat zuvor und mich dabei sehr gut gefühlt. Angefangen mir Essen vorzukochen und mitzunehmen. Lebensmittelvorräte in Vorratsgläser gepackt.

Serien: Transparent, Game of Thrones, Homeland, Elementary, How to Get Away With Murder

Bücher: Haruki Murakami – Wenn der Wind singt und Pinball 1973

Filme: The True Cost, Das Floss, You’re Ugly, Too

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