Let's talk about… Malware

Als WindowsnutzerIn ist die Benutzung eines Virenscanners ziemlich wichtig um das Überleben des Systems zu gewährleisten. Auch die Ichhabdochgarnichtsgemacht!!11-Menschen lassen sich spätestens nach dem ersten Totalausfall dank kompletter Verseuchung gerne von den Vorzügen solcher Software überzeugen und in Unternehmen gehört die Auswahl von Sicherheitssoftware oft zum Gesamtkonzept. Deshalb lässt sich eigentlich kein durchschnittliches Bild einer Person erzeugen, welche solche Produkte einsetzt. Der Hersteller Avira zeigt uns solche Personen deshalb in seinen Werbepopups, welche nach dem Update der kostenlosen Version seines Virenscanners erscheinen.

AntiVir Customer

Was soll dieses Bild vermitteln?
Es gibt mindestens drei überzeugte KundInnen die AntiVir Premium einsetzen, überzeug dich selbst vom besseren Schutz.

Was vermittelt dieses Bild tatsächlich?
Männer die Virenscanner einsetzen, sehen professionell-neutral aus, während Frau eher den Eindruck eines dümmlichen Cheerleader hinterlässt. Einer der Herren hat dabei sogar einen Jobtitel unter seinem Bildchen, was den Business-Eindruck natürlich noch verstärkt. Für mich ist das eine weitere Form der sexistischen Zielgruppendefinition. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das so gewollt ist, dennoch repräsentiert und verstärkt es unser Gesellschaftsbild vom technisch versierten, oder zumindest business-erfolgreichen männlichen Geschlecht und vom dümmlich-weiblichen Geschlecht als Nutzerin.

Persönliche Anmerkung: Am Produkt selbst gibt es übrigens absolut nichts auszusetzen und meiner Erfahrungen sind durchweg positiv. Schade, dass man dann anscheinend so dumme Werbung braucht.

Danke an Julia für den Screenshot und Kommentar.

6 Responses to “Let's talk about… Malware”

  1. Thea sagt:

    Noch bevor ich den Text gelesen hatte, wusste ich dank des Bildes, woruaf er hinauslaufen würde.
    Und habe mir beim Lesen überlegt, ob die Kritik gerechtfertigt werden kann. Weil: Es könnte ja Zufall sein.
    Aber, ist es Zufall, dass beide Männer als seriös und erfolgreich dargestellt sind während die Frau ein richtig dämliches Grinsen der Marke “dumm und blöd” drauf hat? Sorry, in meinen Augen bedient das wirklich das “Dummerchen vor dem Rechner, das sich ach hups hihi mal einen pösen Virus eingefangen hat und jetzt auf tolle starke Software vertraut”-Klischee. Kann mich für die Werbung auch nicht erwärmen. Vielleicht ist Dir auch mal aufgefallen, dass AntiVir überproportional häufig männliche User in seinen Werbe-Popups zeigt. Da steckt sicher noch jemand in der Werbeabteilung, der sich irgendwie nicht vorstellen kann, dass es auch Frauen mit Ahnung von Rechnern gibt (und Männer, die diese Frauen vertrauensvoll anrufen, wenn das Computerlein mal wieder nicht so tut, wie es soll ;-)

  2. Felix Nagel sagt:

    Ubisoft ist technisch versierten Menschen als großer Spielehersteller bekannt.

    Ich kann eure Wut gegen Sexismus ja verstehen, allerdings muss ich mich immer wieder fragen ob ihr da nicht die falschen anvisiert. Also wäre es nicht sinnvoller gegen bestimmte “Musiker” aus Berlin zu intervenieren oder gegen mitteralterliche Vorstellungen von jungen Immigranten zur Rolle von Frauen? Oder oder oder.

    Denn Fakt ist doch, wenn ich mich im größeren Bekanntenkreis umsehe sind da eine Handvoll Frauen denen ich Kompetenz mit PC zutraue. Meiner Meinung nach (die Jagd ist eröffnet) trifft diese Werbung die Zielgruppe…

  3. side-glance sagt:

    Meiner Meinung nach ist es sinnvoll alle Ecken anzuvisieren, in denen Sexismus vorkommt. Die Wut auf Softwarevertriebe schließt nicht aus, dass es schlimmere bzw. weniger subtile Arten von Sexismus in Deutschland gibt.

    Deine Beobachtung kann auch ich bestätigen. Es gibt daran nichts weg- oder schönzureden.

    Meiner Meinung nach sind jedoch gerade solche Werbebotschaften ein Teil und Grund dieses ganzen Klischees. Und wenn wir uns wünschen, dass sich mehr Frauen interessieren und auch Kompetenz erlangen, dann ist eine neutrale Zielgruppenadressierung notwendig und nützlich.

    Glaub mir, es ist nicht immer motivierend, wenn einem von Grund auf, d.h. von der Gesellschaft, keine bzw. nur eine geringe Kompetenz zugetraut wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich schnell anderen Interessen zuwendet ist dadurch leider sehr sehr groß.

  4. Neeva sagt:

    Und der Slogan der Frau ist der einzige Satz im Passiv. “I am protected” nicht “I’ve upgraded” oder “I have”. Interessant, oder?

  5. side-glance sagt:

    Definitiv interessant! Danke für den Hinweis :)

  6. Corinna sagt:

    Ein klares Nein. AggroBerlin ist sehr offensichtlich frauenherabwürdigend, das muss man nicht mehr diskutieren. Ich hoffe sehr, dass sich davon kein Mädchen beeinflussen lässt (auch wenn ich an meiner Schwester sehe, dass das wohl ein frommer Wunsch ist).
    Die subtilen Formen von Sexismus wie in der gezeigten Antivir-Werbung (gerne auch in ach so lustigen Witzen) finde ich persönlich schlimmer, denn die fallen meist nicht auf und prägen so ganz unbemerkt unser aller Weltbild.

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