Nerd-Geek-Feminismus

Die Tatsache, dass weibliche Nerds und Geeks existieren ist leider für einige Menschen schon schwer genug zu verkraften. Denn die gängigen Klischees Nerd bzw. Geek schließen die Eigenschaft “weiblich” grundsätzlich erstmal komplett aus. Umso unmöglicher erscheinen daher die Begriffe Nerd- und Geekfeminismus, welche so eigentlich (noch) gar nicht richtig existieren. Im Laufe meiner Beschäftigung mit der Computer-Technik-Gender Thematik wurde mir bewusst, dass feministische Ansätze unglaublich wichtig und hilfreich sind um Probleme innerhalb von geekigen oder nerdigen Kreisen zu thematisieren. Es gibt schon Menschen, die auf diesem Gebiet großartige Arbeit leisten und einige Projekte habe ich bereits in Vergangenheit vorgestellt. Drei neue, wichtige und interessante Projekte sind mir in den letzten Wochen und gestern als erwähnenswert aufgefallen.

1. Das Geek Feminism Wiki

Meine erste Begegnung mit dem Begriff Geekfeminismus. Das englischsprachige Geek Feminism Wiki wurde vor nicht allzu langer Zeit, kurz nach der Gründung meines Blogs, ins Leben gerufen. Einige AutorInnen sammeln dort Beiträge über Frauen in Geekgemeinschaften und damit verbundene Probleme. (Link)

2. Das Geek Feminism Blog

Kurz nach dem Geek Feminism Wiki, wurde das ebenfalls englischsprachige Geek Feminism Blog gegründet. Es handelt sich hierbei um ein Gemeinschaftsblog von (aus anderen Projekten bekannten) Frauen, welche alle in irgendeiner Weise in geekigen Bereichen beschäftigt sind. Alle haben bereits in vergangenheit über geekig-feministische Themen gebloggt und vereinen nun ihre Erfahrungen und Ideen in einem einzigen Blogprojekt. (Link)

3. Der Nrrrdz Podcast

Nachdem ich auf Geekfeminismus Blog und Wiki stieß, wurde mir wie so oft bewusst, dass es im deutschsprachigen Raum sehr viel weniger Projekte mit dieser Themenkombination gibt. Glücklicherweise gibt es aber auch deutschsprachige Geek- bzw. Nerdfeministinnen (außer mir ;)). Zu diesen gehören Marlen (heiter scheitern) und Kathrin (ihdl), welche gestern einen interessanten Podcast zum Thema Feminismus und Netzkultur gestartet haben. Die erste Folge enthält bereits wichtige und gut beschriebene Themen (Selbst-Wiederkennungsrate bzgl. beschriebener Situationen und Ansichten bei mir SEHR HOCH). (link)

7 Responses to “Nerd-Geek-Feminismus”

  1. marlen sagt:

    *hüpf* vielen dank! das motiviert ja sehr zum weitermachen! und auf (d)einen blog, der sich bestimmt zu lesen lohnt, bin ich jetzt auch noch gestoßen!

  2. side-glance sagt:

    Weitermachen! Auf jeden Fall! :)

  3. Juhuuu, super das du wieder “zurück” bist. Ich hoffe deinem Computer geht’s wieder gut ;)

    Super Links, danke! Genau sowas hab ich gesucht, ohne aber bisher den Begriff “Geekfeminismus” gekannt zu haben. Davon braucht es noch mehr! Immer wieder hilfreich und ein Genuss, dein blog zu lesen! ♥

  4. side-glance sagt:

    Danke für die lieben Worte! Bin eigentlich schon eine Weile wieder mit dem geliebten und geheilten MacBook ausgestattet, habe nur gerade so eine art Schreibblockade. Hoffe die ist damit überwunden. :)

  5. Thea sagt:

    Hab endlich alle Links im Artikel ausprobiert und fand die meisten echt spitze.
    Dass ich irgendwie doch zu einem Geek (hei sorry, aber gibt es das auch in weiblich?) geworden bin, hab’ ich demletzt festgestellt, als ich mit dem Institut, in dem ich grad ‘ne Arbeit schreibe, auf ein Institutsseminar gefahren bin. Ich habe mich echt gefreut, mit diesen Leuten nur über “unsere” Themen zu reden, und gemütlich auf den ganzen “alten” Informatikern rumzuhauen, die immer noch zuerst die Funktion und dann den Benutzer sehen. Und abends dann unter anderem auch Gespräche über den CCC oder Internetsicherheit (jetzt nicht das Thema des Instituts). Mir fiel natürlich als erstes wieder auf, wie viele andere (nicht Tech-) Themen wir drauf hatten. Und dass an den meisten Instituten eben nur wenige dieser Wesen rumlaufen, die in mehr als ihrem Fachwissen und ihrer Begeisterung darüber der landläufigen Beschreibung eines “Geeks” “Nerds” oder “Tech-Freaks” gleichen.
    Ich kann die drei Begriffe kaum auseinander halten, außer dass ich “Geek” für die positivste und “(Tech-)Freak” für die negatiste Bezeichnung halte. Weißt du genaueres darüber, gerade was Bedeutungsunterschiede angeht (auch im Deutschen, wo ja vieles vom Englischen nicht ohne Bedeutungswandel übernommen wird)?

    (Schlimmer als eine Schreibblockade ist nur eine Programmierblockade *seufz* ;-)

  6. side-glance sagt:

    Mir fällt es schwer da eine klare Grenze zu ziehen, egal ob mit englischem Herkunftswissen oder ohne. Das jetzt z.B. über unterschiedliches Sozialverhalten oder unterschiedlich ausgeprägtes Fachwissen zu definieren, halte ich irgendwie für gewagt. Auch könnte man unterscheiden, ob jemand sich nur gerne tiefes Wissen aneignet, oder tatsächlich eine Leidenschaft für bestimmte Themen entwickelt.

    Für mich sind sowohl Nerds als auch Geeks Personen (beider Geschlechter!), welche sich für bestimmte, oft einzelne, Themen in einem so hohen Maße begeistern können, dass es Aussenstehenden Personen unheimlich wird. Aus diesem Grund erfahren Nerds und Geeks sowohl Anerkennung von Gleichgesinnten, als auch Spott von Aussenstehenden. (Bei den weiblichen Exemplaren besteht jedoch ein höheres Risiko, Spott auch von eigentlich Gleichgesinnten zu erfahren.)

    Auch da ist es fraglich aus wessen Sicht wer nun ein Geek und/oder Nerd ist, denn es findet sich in der Regel fast immer eine Person, die noch mehr Ahnung hat als man selbst. :)

    Als Freak wurde ich bisher hauptsächlich von Personen bezeichnet, denen die Begriffe Nerd und Geek eher unbekannt sind. Der Begriff Freak kann ebenfalls genutzt werden um Anerkennung auszudrücken, öfter aber wird er spöttisch verwendet.

    Aber wie du schon festgestellt hast, merkt man das bei sich selbst erst, wenn man auf Personen trifft, mit denen man Unterhaltungen führen kann, bei denen “normalos” längst abgeschaltet oder sich laut beklagt hätten.

    (oh, ich merke grad, ich brauche glaub ich nur ein Ziel oder Thema um die Schreibblockade zu bekämpfen)

  7. sinaa sagt:

    Es gibt ja sogar Leute, die über solche Themen Magister-Arbeiten schreiben. Ich habe z.B. eine Bekannte, die eine Magister-Arbeit ueber “Frauen in Open Source” schreibt, und diverse Interviews mit “bekannten” Frauen aus der Szene geführt hat. Soweit ich weiss hakt es bei ihr gerade am Zusammenschreiben, aber nun gut. Wenn Du willst, schreib mir eine Mail und ich mache Euch bekannt. :)

    Sinaa

Leave a Reply

  •  

    August 2009
    M D M D F S S
    « Jul   Okt »
     12
    3456789
    10111213141516
    17181920212223
    24252627282930
    31