Date archives: Dezember 1st, 2009

Oh, ihr habt ja auch Frauen.

Heute, fast zwei Monate nachdem mein Informatikstudium so richtig begonnen hat, mag ich mal ein bisschen was darüber schreiben. Wie man an meinem Letzten Artikel schon sehen kann, bin ich sehr sehr vorsichtig geworden und es fällt mir noch schwer konkrete Situationen zu beschreiben.

Smalltalk – Wie man(n)’s besser nicht macht

Er kam also Anfang Oktober, der Moment auf den ich ewig hingearbeitet hatte: der Beginn meines Studiums. Viele neue Menschen sehen, sich vorsichtig beschnuppern, Inhalte erfahren, Organisatorisches, all sowas. Wenn man sich gerade das erste Mal sieht, fällt es oft schwer ein passendes Gesprächsthema zu finden und so kam es, dass jede einzelne Person mit der ich ins Gespräch kam die gleiche Idee hatte was ein scheinbar passendes Thema anging:

“So wenig Frauen hier”…. “Frauen und Informatik, schon komisch”…”Wow, als Frau, das ist aber ungewöhnlich”… blahblah blah blah blah.. und so verging der erste Tag und ich konnte es einfach nicht mehr hören. Ich konnte niemandem einen Vorwurf machen und trotzdem hat mich das so sauer und traurig gemacht, dass mir niemand etwas anderes zu sagen hatte. Irgendwie war das anstrengend, aber kein Grund sich entmutigen zu lassen.

Motivation – wie ma(n)n’s besser nicht macht

Nach dem allgemeinen Blahblah folgte die fachspezifische Einführung, bei der erstmals die Möglichkeit bestand mit Studierenden aus höheren Semestern zu sprechen. Ich hatte Hoffnung und wurde dann ganz schnell ganz enttäuscht. Vermutlich sollten die Vorträge motivieren, hatten aber eher Schwerpunkt darauf, wie schwer gewisse Fächer sein werden und wie viele Menschen so allgemein im Grundstudium scheitern. Als ich dann die Möglichkeit hatte mit einzelnen Personen höherer Semester zu sprechen kamen sehr schnell wieder Sätze wie “Oh, ihr habt ja auch Frauen, wir hatten keine/nur wenige…”. Von einem bekam ich zum Abschied dann noch den persönlichen Hinweis, dass es schon Frauen vor mir gab, die die Hochschule wechseln mussten. Auf die Gründe wollte er jedoch nicht eingehen und wünschte mir nur sowas wie viel Glück und ein dickes Fell. Aha.

So stürzte ich mich also hinein, in den neuen Alltag….