03Mai09
Ich muss zugeben, ich habe ein Problem mit geschlechtsneutraler und geschlechtsspezifischer Form in der deutschen Sprache. Das Problem äußert sich vorallem dann, wenn ich geschäftlich an Personen schreiben muss oder Fachartikel oder beispielsweise einen Deutschaufsatz, oder oder oder…
Grundsätzlich bin ich etwas enttäuscht davon, dass es im Deutschen so oft heißt: “Frauen sind doch mitgemeint” (Generisches Maskulinum). Ich mag deshalb das Binnen-I sehr gerne, stoße aber auch da oft an Grenzen wo ich nicht weiß, wie ich jetzt formulieren soll, was ich eigentlich sagen will, über wenn ich spreche, wen ich anspreche. Erschwerend kommt hinzu, dass das Binnen-I in Deutschland gegen die Rechtschreibregeln verstößt und in meinem Bundesland sogar vom Kultusministerium “verboten” wurde.
Ich werde in Zukunft noch viel lesen, bis ich endlich eine für mich befriedigende Lösung gefunden habe. Ich werde auch noch viel schreiben, bis ich endlich selber einen durchgängigen Stil erreiche. Schon jetzt springen mir aber oft so richtige Aufreger ins Gesicht.
Letzte Woche habe ich mir bei der Arbeit mal ein paar Weiterbildungsangebote angeschaut die per Post kamen. In der Kursbeschreibung und im Titel eines Seminares wurden ausdrücklich “Sekretärinnen und Assistentinnen” angesprochen, während im nächsten Flyer “Ingenieure und Techniker” die Zielgruppe waren. Ich habe viel Verständnis für das Generische Maskulinum aus Gründen der Lesbarkeit oder ähnlichen Begründungen. Ich habe aber KEIN VERSTÄNDNIS für solche eindeutig klischeehaften, geschlechtsbezogenen “mal so, mal so” Formen. Den Seminaranbieter habe ich dann anonym und höflich darauf hingewiesen, dass es mich als Frau nicht gerade anspricht einen Kurs bei ihnen zu belegen. Zurück kam der Hinweis, dass sie zukünftig darauf achten werden und es sich ausschließlich um Entscheidungen aufgrund der Lesbarkeit handeln würde. Aha! Ich werde euch weiter beobachten, meinem kritischen Seitenblick entgeht ihr nicht. :)
01Mai09
Einfach mal so:
Es verwirrt, wenn man plötzlich eine unheimlich dumme, sexistische Aussage zu hören bekommt, von Menschen von denen man das nie erwartet hätte.
Und ich sage mir so oft: er meints nicht so, er weiß es nicht besser, er macht nur Spaß, ich hab es falsch verstanden, ich sollte nicht alles auf die Goldwaage legen, ich bin enttäuscht.
So viele Sachen über die ich schreiben mag und so wenig Zeit! Gerade lauern noch 6 Entwürfe auf dem Dashboard und möchten fertig gedacht/geschrieben und hier veröffentlicht werden.
19Apr09
Spiegel Online berichtete gestern über den Trubel um die neue ARD Serie “Eine für alle – Frauen können’s besser?” und bezieht sich darin (wenn auch nicht offensichtlich) auf die Diskussion im Internetforum zur Serie. In der Serie selbst geht es grob gesagt um eine Frau die von Beruf Schweißerin ist und Familie inklusive Kinder hat.
Neben empörten Männern (und Frauen) hat die Serie und die zugehörige Werbung mal wieder eine hitzige Diskussion darüber angelockt, wer denn nun eigentlich wo benachteiligt wird.
Alle Aufregung ist erst einmal durchaus nachzuvollziehen. So bezeichnet beispielweise die Radiowerbung Männer schon seit Wochen provokativ “als lebendes Verkehrshindernis, herumirrender Gockel oder Versager”. Wer nun glaubt, KritikerInnen mangelnden Humor unterstellen zu müssen, stelle sich die Werbung einmal in umgekehrter Fassung – Beleidigungen gegenüber Frauen – vor. Meiner Ansicht nach bleibt Sexismus immer Sexismus, egal welches Geschlecht diskriminiert wird. Ein humorvoller Umgang mit Klischees ist in Ordnung, Sexismus ist nicht in Ordnung! Es ist ebensowenig okay männerverachtende Werbung zu machen wie frauenverachtende und es ist noch dazu alles andere als zielführend, es auch noch als Feminismus zu bezeichnen, sich über Männer lustig zu machen. So wird aber leider in einem Forenbeitrag das Programm der Öffentlich-Rechtlichen als “Ideologie einer feministischen Meinungsclique” bezeichnet.
Würde es der Definition von Feminismus entsprechen, dass wir eine Mauer zwischen den Geschlechtern hochziehen, uns gegenseitig bekriegen und mit Hassparolen bespucken, müsste ich mich ganz klar von diesem Feminismus distanzieren. Leider entspricht genau dies dem Bild von Feminismus das die (ansonten zu recht) empörten Männer im Serienforum meinen zu kennen. Neben der Aufregung über Beleidigungen, wird nämlich mal wieder erwähnt, dass die “Gleichberechtigung dann ein wenig zu weit gegangen” sei und auf die Benachteiligung von Jungen in unserem Bildungssystem hingewiesen.
Gleichberechtigung kann nicht zu weit gehen, denn Gleichberechtigung ist wie der Name schon sagt GLEICHberechtigung und somit geschlechtsunabhängig. Es ist nicht im Sinne von Gleichberechtigung und auch nicht im Sinne von Feminismus Männer oder Jungen zu benachteiligen. Leider scheint dies für einige Menschen schwer zu begreifen zu sein. Sodass in deren Ansicht die Ünterstützung von Frauen immer automatisch eine Benachteiligung von Männern mit sich bringt. Nur dumm, dass überhaupt nicht danach geschaut wird an welchen Stellen und aus welchen Gründen Frauen überhaupt unterstützt werden und dass dies nicht ausschließt, dass an anderen Stellen Männer Unterstützung benötigen.
Deshalb zum Abschluss noch eines: Liebe ARD, Sexismus bleibt Sexismus und der hat in der Werbung und in Serien nichts zu suchen.
23Mrz09
Ich wurde auf einen Kurs der Universität Wien Informatik & Geschlecht aufmerksam gemacht. Leider bin ich weder Studentin, noch habe ich momentan genügend Zeit übrig. Angemeldet habe ich mich trotzdem einfach mal, in Hoffnung nicht einfach rausgeschmissen zu werden. Da alles digital stattfinden wird, spielt die Entfernung die eine Teilnahme sonst eh absolut unmöglich gemacht hätte zum Glück keine Rolle.