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Im September ist es so weit, da kommt WIRED nach Deutschland. WIRED ist ein US-amerikanisches Magazin, welches sich aufgrund der Thematik eindeutig an Geeks richtet. Es geht nämlich um so ziemlich alles, was man auch nur ansatzweise mit zukünftiger und gegenwärtiger Technologie verbindet. Eigentlich gab es für viele also Grund zur Freude, wäre da nicht, neben einer iPad-App, dieser äußerst merkwürdige Vertriebsweg im Printbereich. Das deutsche WIRED, welches eigentlich bereits durch fragwürdiges Schwarz-Rot-Gold auf der zugehörigen Website schon genug Fremdschämpotenzial mitbrachte, wird nämlich im Bündel mit einem Männermagazin (“GQ”) erscheinen. GQ ist (auf den ersten Blick, einen Weiteren habe ich mir bisher erspart) so eine Art typisches Frauenmagazin (Mode, Sex, Blahblahgähn..) nur, aus Marketingperspektive mit einem binären Geschlechtermodell, mit umgekehrten Vorzeichen. “Verrückte Welt”, war da mein erster Gedanke und der nächste: “wer zum … denkt sich sowas aus?”. Bevor jetzt jedoch die Zielgruppenstatistikblahkeule als Antwort kommt: Auch ich lebe nicht in einer eigenen schönen geekfeministischen Welt. Im Gegenteil, würde ich mich nur mit Technologie beschäftigen wäre ich noch beinahe immer und ausschließlich von sich als männlich definierenden Wesen umgeben, ja und die gehören teilweise zur gedachten und auf jeden Fall zur realen Zielgruppe. Aber die eine oder andere und Leute die sich generell einen Dreck um Mode oder Sexratgeber scheren und ich auch. Vielleicht liegt es an der fehlenden Relevanz die dem Printbereich im Allgemeinen so zugesprochen wird, vielleicht an Ignoranz, vielleicht war es ein Kompromiss, vielleich auch einfach nur eine sehr dumme Entscheidung. Selbstverständlich bin ich in der Lage ein Männermagazin zu kaufen, aber trotz alledem frage ich mich immer wieder: für wen halten die mich? Für wen halten die uns? What the fuck?

Neben dem Webseitendesign macht auch diese Tatsache leider keinen sonderlich modernen oder zukunftsgerichteten Eindruck. Das amerikanische Original war sicherlich auch nicht immer frei von ollen Stereotypen und Sexismen, aber Artikel mit Limor Fried und How-Tos mit Christina Bonnington zeigen meiner Meinung nach wie es auch geht. Auch das Redaktionsblog der deutschen Ausgabe lässt zumindest wieder Hoffnung aufkommen. Mal sehen.

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Als ich die letzten Tage noch einmal gedanklich durchging, ist mir aufgefallen, dass die Gespräche die ich mit Menschen hatte und die mir im Gedächtnis blieben besonders mit einem Thema zu tun hatten. Möchte das nun schnell festhalten, damit es im ganzen Alltagsstress nicht wieder untergeht.

Alles began mit dem Gespräch zwischen mir und anderen Studentinnen anderer Fachrichtungen. Eine davon hat bereits (noch junge) Kinder und hat nun ihr Studium in einem naturwissenschaftlichen Fach erfolgreich abgeschlossen. Da nun die Frage des Berufseinstiegs im Raum steht, kommen auch riesige Probleme: Fehlende Kinderbetreuung macht eine Vollzeitstelle unmöglich, in ihrer Branche gibt es jedoch keine Teilzeitstellen. Vor allem keine, die nicht das Studium total nutzlos machen.

Einige Tage dachte ich darüber nach und hatte es schon beinahe “verdrängt”, als ich ein Telefonat mit einer guten Freundin führte. Sie ist im moment arbeitssuchend, da ihr letzter Arbeitgeber sie extrem mies behandelt und verarscht hat (sie hat auch nach Monaten keinen Arbeitsvertrag bekommen, war dadurch nicht krankenversichert und und und….). Nach einem Gespräch bei der Agentur für Arbeit wurde Sie zu einem Bewerbungscoach geschickt. An sich eine gute Sache, doch was sie mir davon berichtet hat ließ mich beinahe aus den Latschen kippen. “Er hat einen Persönlichkeitstest mit mir gemacht und als da rauskam, ich sei zu ‘über 90% Mensch’ riet er mir, dass ich doch am besten Mutter werden sollte”. Ich hatte gar keine Zeit mich darüber aufzuregen, denn sie setzte dann noch einen drauf: “als ich aber darauf bestand, dass wir meinen Lebenslauf optimieren, erzählte er mir von einer seiner letzten Kundinnen die sich auf eine Stelle als Verkäuferin bewerben wollte. Er hat ihr laut eigener Aussage geraten, da sie ja so große Titten hätte, ins Anschreiben zu schreiben ‘Kassiererin mit weiteren Qualitäten’”. Denke mal das kann ich unkommentiert stehen lassen, vielleicht noch ihren letzten Satz “als ich nach Hause kam hab ich erstmal geheult”. Die Agentur für Arbeit vermittelt also Coaches die “Mutter werden” als Berufsziel für junge, qualifizierte Frauen empfehlen, aha.

Nächster Tag, langweilige Vorlesung. Ein Kommilitone stupst mich von der Seite an und stammelt aufgeregt “schau mal da raus, schau mal da raus”. Ich blicke aus dem Fenster und sehe einen anderen Studenten der vor einigen Wochen noch als Tutor für uns da war, nun aber sein Studium beendet hat. Er strahlt und auf dem arm hält er ein Baby mit pinkfarbenem Strampelanzug. Nächster Kommentar: “wie alt ist denn der, dass der schon ein Kind hat!11?”.

Das letzte Gespräch diese Woche hatte ich dann mit einer Studentin, die gemeinsam mit mir das Praxissemester in einem Unternehmen diesen Winter antreten wird. Für das Praktkum ist eine Vergütung vorgesehen, es steht jedoch noch die Information der Personalabteilung aus, da es sich bei Praktikant_innengehältern in dieser Firma um einen festen Betrag handelt. Während es mir wichtig wäre, möglichst viel zu verdienen, da ich mich im Herbst krankenversichern muss und mir kein Kindergeld mehr zusteht, wäre es ihr am Liebsten möglichst wenig zu verdienen. Warum? Naja, sie hat mehrere Kinder und sollte das Gehalt eine bestimmte Summe übersteigen, werden ihr diverse Leistungen gekürzt oder gestrichen und sie kommt am Ende weitaus schlechter weg.

Eine Woche, ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben von Menschen. Aber es reicht um zu sehen, dass es einige Probleme gibt in unserem Gesellschaftssystem.

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Die von mir vor Kurzem vorgestellte Ada Initiative macht gerade eine Umfrage um herauszufinden wie momentan die Beteiligung von Frauen an Open Technology and Culture Projekten aussieht.

Take the Ada Initiative Census

Es ist Dienstag, es ist Mittag und ich habe Hunger, weshalb es mich in die Mensa zieht. Als ich mich mit meinem Essen bis zum Tisch vor gekämpft habe ist es bereits brechend voll und ich esse und lausche einer Unterhaltung ein paar Stühle weiter. Zwei Studenten sitzen sich gegenüber und der eine versucht dem Anderen zu erklären, warum es nicht auf die Anzahl der Frauen in seinem Studiengang ankommt, sondern auf die Optik. Obwohl sein Gegenüber nicht wirklich darauf einzugehen scheint, geht er weiter ins Detail und versucht ihm eine Bewertungsskala näher zu bringen, die er wohl regelmäßig anwendet. Ich muss aufpassen, dass mir das Essen nicht hochkommt. In solchen Situationen würde ich mich immer ganz gerne in Gespräche einmischen, jedoch weiß ich auch, dass ich mit Menschen die solche Ansichten haben gar nicht erst anfangen möchte zu diskutieren.

Es ist Mittwoch und ich betrete einen Raum voller Informatikstudenten hinter Computerbildschirmen, die wie ich die Zeit bis zur nächsten Vorlesung totschlagen wollen. Da ich nicht wirklich etwas zu tun habe lausche ich einfach mal den Gesprächen. Fasziniert scheinen sie sich alle über ein gemeinsam gefundenes Thema zu unterhalten und als irgendwo der Satz fiel “worin sollte eine Frau wohl sonst einen Weltrekordversuch starten?” hätte ich meine Ohren doch besser sofort wieder zu gesperrt. Anschließend folgte nämlich eine besonders detaillierte Diskussion darüber, wie viele Männer eine Frau wohl innerhalb welcher Zeit oral befriedigen muss um einen neuen Rekord aufzustellen.

Heute ist Donnerstag und eine weitere Woche meines Studiums ist fast geschafft. Manchmal wünschte ich es wäre wirklich eine persönliche Entscheidung, dieses “darüber stehen oder darunter leiden”. Spiegel Online schreibt was über Frauenstudiengänge und ich möchte heute einfach nur sagen: Ja verdammt, das ist wirklich notwendig. Aber morgen werde ich natürlich wieder drüber stehen, weil ja eh alles nur witzig gemeint war und so.

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Über Sprache, Humor und Linux hat Silke Meyer bei der AG Queer Studies einen Vortrag gehalten, der mir persönlich sehr gut gefallen hat und bei dem ich immer wieder das Bedürfnis hatte zustimmend zu nicken. Sie vereint in ihren Erlebnissen (Teil ihrer Dissertation) ihr Interesse an Linux und and den Strukturen in entsprechenden User Groups oder Veranstaltungen. [Link]

Um Feminismus und Internet geht es im Interview zwischen Radio Unerhört und Svenja Schröder. Es wird der Frage nachgegangen inwiefern im Internet Geschlechterungleichheiten reproduziert werden und wo die Grenzen und Nachteile für Frauen liegen. [Link]

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