Mit diesem Blogeintrag werde ich eine kleine Serie von Einträgen starten, welche ich den Barrieren widme, welche einem im Laufe der Zeit begegnen, wenn man sich als Frau in ein “frauenuntypisches” Umfeld einer “Männerdomäne” (in meinem Fall der IT-Bereich) begibt. Da ich mit meiner “Karriere” noch ganz am Anfang stehe, sind mir sicherlich noch nicht alle diese Barrieren persönlich begegnet, von einigen jedoch kann auch ich so einige traurige Lieder singen.
Die Idee zu dieser Serie wurde bei mir durch einen Blogeintrag von Paula Schramm entfacht, welcher eine dieser Barrieren sehr treffend beschreibt. Ich habe mich aus diesem Grund entschlossen, den Titel und auch die Aussage für meinen ersten Eintrag dieser Art zu übernehmen.
Paula schrieb:
Wie oft hast du schon gehört „Das kannst du nicht, du bist eine Frau“?
Schon bei diesem Satz saß ich nickend vor dem Bildschirm und konnte mindestens drei Schlüsselerlebnisse in meinem Gedächtnis abrufen, welche sich mir fest in mein Hirn eingebrannt hatten. Dabei geht es nicht um scherzhafte Sprüche von Menschen die “halt lustig” sein wollten, nein es gibt sie wirklich, Menschen die diesen Satz aus voller Überzeugung verwenden, eben weil sie die Aussage für absolut richtig halten. Und wenn mir nun jemand gerne entgegnen will, dass man auf solche Aussagen nichts geben sollte, dann muss ich hinzufügen, dass ich diesen Satz 1:1 auch schon von einem (ehemaligen) Vorgesetzten zu hören bekommen habe. Man kann sich also nicht immer aussuchen, mit welchen Menschen man sich umgibt und diese schlimmstenfalls meiden oder ignorieren. Auch die subtileren Geschwistersätze, die durch andere Formulierung den selben Inhalt vermitteln, begegnen einem tagtäglich in ihren hässlichsten Formen.
“Du-Kannsts-Nicht” als Barriere, als Summand hat einen entscheidenden negativen Einfluss: es schreckt ab, es bewegt Frauen dazu umzukehren und sich oft schon frühzeitig umzuorientieren oder berufliche Wege überhaupt nicht in Betracht zu ziehen. In einigen Diskussionen mit Männern habe ich zu hören bekommen “man darf sich eben von sowas nicht abschrecken lassen”. Es ist deshalb darauf hinzuweisen, dass es niemals eine einzige Aussage ist, welche Entscheidungen beeinflusst. Erst die Summe all der negativen Aussagen, deren Höhe sich einige Männer gar nicht bewusst sein können, führt zu entsprechenden Handlungen und Neigungen was berufliche und private Interessen angeht.
Da ich jedoch bewusst die Bezeichnung “Du-Kannsts-Nicht-Faktor” von Paula übernommen habe, möchte ich den positiven Effekt, den Faktoreffekt nicht einach unter den Tisch fallen lassen. “Du-Kannsts-Nicht” als Faktor hingegen verhält sich sehr mächtig und motivierend. Hat man bereits ein Ziel vor Augen und genügend Erfolge erzielt, die negative Aussagen in den Schatten stellen, kann eine weitere Aussage dieser Art ein “euch werde ich’s zeigen” Gefühl hervorrufen. Dieses Gefühl hat sich auch auf meine Leistungen oft positiv ausgewirkt und ist in Zeiten der Selbstzweifel oft meine einzige Stütze.
An dieser Stelle möchte ich mich auch (anonymerweise) bei Paula dafür bedanken, dass mir “Du-Kannsts-Nicht” als Faktor erstmals richtig bewusst wurde. Danke!




